Urteil: Parship darf Widerruf nicht mit hoher Rechnung verhindern

gerichtsurteil zum widerrufsrecht über parship

Die Online Dating Plattform Parship, welche in den vergangenen Jahren einen sehr hohen Bekanntheitsgrad durch Fernseh- und Printwerbung erlangt hat, wurde kürzlich vor Gericht für Ihre Anwendung des gesetzlich vorgeschriebenen Widerrufsrechts gerügt. Wie Golem.de berichtete, haben die Betreiber der Plattform teilweise horrende Summen von Ihren Kunden verlangt, obwohl dieser innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 2 Wochen widerrufen hatten. Die Verbraucherzentrale hat gegen dieses Verhalten geklagt und vor dem Hamburger Landgericht gewonnen.

Parship verlangte Wertersatz in nicht vertretbarem Rahmen

parship scheint mit seinen kunden nicht gerade zimperlich umzugehenDie Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Hamburg wurde geführt, da sich ein ehemaliges Mitglied der Plattform Parship bei der Verbraucherzentrale über die seiner Meinung nach nicht rechtskonforme Anwendung des gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsrechts beschwert hatte. Der ehemalige Kunde der Plattform hat vor einigen Monaten eine Mitgliedschaft zu einem Preis von satten 269,00€ abgeschlossen und diese innerhalb der Widerrufsfrist widerrufen, somit stand Ihm laut geltendem Gesetz die Rückzahlung seines gezahlten Betrages zu, ggf. unter Abzug einer angemessenen Entschädigung für die bereits in Anspruch genommenen Leistungen. Parship verlange daraufhin satte 202,00€ Wertersatz vom besagten Kunden, womit sich dieser natürlich ganz und gar nicht einverstanden erklärte und daraufhin den Weg zur Hamburger Verbraucherzentrale einschlug. Die Richter des Hamburger Landgerichts teilten dei meinung des Nutzers haben daraufhin am 22.07.2014 geurteilt, dass der geforderte Wertersatz keinesfalls angemessen sei und die Plattform höchstens 20,00€ hätte fordern können. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und Parship hat bereits angekündigt gegen dieses Berufung einzulegen und die Entscheidung des Gerichts anzufechten.

Beruf steht aus, Ende offen

Die Betreiber von Parship haben vor Gericht argumentiert, dass Sie den Wertersatz nicht auf die Zeit der bereits genutzen Mitgliedschaft berechnet haben, sondern anhand der bereits intensiven Nutzung des ehemaligen Mitgliedes. Dieser hatte in den 2 Wochen seiner Mitgliedschaft anscheinend schon so viele Mails an andere Mitglieder gesendet, dass Parship tatsächlich davon ausging, dass dieser bereits 75% der von Ihm beauftragten Dienstleistung in Anspruch genommen habe. Aus diesem Grund müsse der Kunde die veranschlagten 202,00€ zahlen, so argumentierte der Anwalt vor Gericht. Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, ist das Ende zu diesem Thema noch ziemlich offen, denn Parship hat bereits engkündigt gegen das Urteil in Berufung zu gehen, wird dieser stattgegeben, wird es kürzlich also eine weitere Verhandlung zu diesem Thema geben. Der Ausgang wird von mir mit Spannung erwartet, schließlich könnte sich dies für die Nutzer entsprechender Plattformen entweder sehr positiv oder sehr negativ auswirken. Ich bleibe natürlich an diesem Thema dran und werde Euch umgehend informieren, sollte sich in dieser Sache etwas tun.

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